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DRK Delbrück e.V.

Südstraße. 39
33129 Delbrück

Telefon 05250 - 19219

Die Geschichte des DRK Stadtverband Delbrück

1. Henry Dunant - Ideengeber und Gründer der Rotkreuzbewegung

Der Schweizer Henry Dunant gründete aufgrund seiner furchtbaren Erlebnis­se nach der blutigen Schlacht von Solferino im Jahr 1859 durch die Unterzeichnung der Genfer Konventionen im Jahre 1864 das Rote Kreuz. Dieses Symbol, das ei­ne farbliche Umkehrung der Schweizer Nationalflagge ist, wird von allen Län­dern der Welt anerkannt. In den islamischen Ländern ist es der Rote Halb­mond. Zweck und Aufgabe dieser Institution war und ist es, Verwundeten und Opfern des Krieges und der für sie eingesetzten Hilfe einen rechtlich verbürgten Schutz zu geben. Die Aufgaben wurden im Laufe der Jahre immer mehr Bereiche ausgedehnt. Dazu zählen heute Erste-Hilfe bei Unfällen, der Katastrophen- und Bevölkerungsschutz, der Suchdienst nach vermissten Personen, Blutspenden und vieles mehr. Jetzt wollen wir den Sprung wagen und schauen, wie sich die Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes in Delbrück entwickelt hat.

 

Henry Dunant - Gründer der Rotkreuzbewegung
Henry Dunant - Gründer der Rotkreuzbewegung

 

 

2. Erste "Sanitätskolonne" im Delbrücker Hotel Balzer gegründet

Der Anfang wurde im Jahr 1924 gemacht. Im Delbrücker Hotel Balzer fand damals eine Versammlung statt, aus der die erste Sanitätskolonne in Delbrück hervorging. Noch am selben Tag gründeten 27 engagierte Menschen den noch heute existierenden Ortsverein. Zum Gründungsvorstand gehörten Vorsitzender und Amtmann Klute, Bauunternehmer Heinrich Höddinghaus und Kassenführer Stefan Pache (Alte Pache). Schnell wurde ein passendes Vereinslokal wurde gesucht. Die wichtige Ausbildung der Kolonne übernahm Herr Dr. Welle, denn eine gute Ausbildung sei das „A“ und „0“ eines solchen Vereins. Schließlich gehe es bei seinen Einsätzen oft um Menschenleben. Später übernahm Dr. Gockel die Ausbildung. Neben Hilfs­leistungen standen auch Ausmärsche und Vergnügungsveranstaltungen auf dem Programm. Der Öffentlichkeit präsentierten sich die Rotkreuzler auf örtlichen und überörtlichen Übungen, sowie Fest­umzügen. Nach dem verheerenden Weltkriegen kehrten viele Helfer nicht mehr zurück in ihre Heimat. Auch die Arbeit des Roten Kreuzes wurde von den Alliierten unterbunden. Doch bald fanden sich aber überall in Deutschland Gruppen, um sich getreu dem Leitspruch „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“ mit einfachsten Mitteln in den Dienst am Nächsten zur Verfügung zu stellen.


Erste "Sanitätskolonne" im Delbrück

 

3. Arnold Jakobi baut die örtliche Bereitschaft aus

Im Jahre 1947 begann auch in Delbrück wieder die Arbeit im Roten Kreuz. Dank der unermüdlichen Arbeit von Arnold Ja­kobi wurde die Bereitschaft wieder aktiv und begann schließlich mit der Ausbildung von neuen Ehrenamtlichen. Besonders sind hier Elisabeth Strunz (Lisbeth), Bernhardine Sunder (Wal­berg), Dr. Josef Schmidtmann und viele andere mehr zu nennen, die tausende Stunden ehrenamtlichen Einsatz ins DRK einbrachten. Vom Kreisverband Paderborn erhielt das Delbrücker DRK 1959 einen alten Pkw für Krankentransport und Unfallrettungs­dienst. Leider hielt der Wagen nicht sehr lange. Erst 1964 wurde mit Unterstützung des Amtes Delbrück ein neuer Unfallrettungswagen stationiert. Einen der ersten überörtlichen Einsätze hatte die Delbrücker Gruppe bei der großen Flutkatastrophe im Februar 1962 in Hamburg.

 

4. Wachsende Helferzahlen und mehr Aufgabenbereicht

An dieser Stelle sei eine Begebenheit geschildert, um die Einsatzbereitschaft von Arnold Jakobi zu illustrieren. Mit Maurerarbeit beschäftigt stand er auf einem hohen Gerüst am Hause Goer zum Haustenbach hin. Plötzlich sah er ein Kind leblos im Wasser treiben. Ohne zu überlegen sprang er vom Gerüst hinunter in der Fluss, um das Kind noch zu retten. Leider war das Kind von Josef Henke schon ertrunken. Alle Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Arnold aber hatte sich beim Sprung vom Gerüst ein Bein gebrochen. Welch eine mutige, letztlich aber unglückliche Tat!

Im Jahre 1968 gründeten 16 Teilnehmer eines Sanitätslehrganges unter der Leitung von Arnold Jakobi und mit tatkräftiger Unterstützung von Dr. med. Hammeke den Zug Nordhagen. Dieser war von Anfang an bis heute eine große Bereicherung des Delbrücker DRK.  Zuerst nahm der Ausbilder und Zugführer Josef Protte (Mifits) die Führung des Zuges wahr. Danach folgte ihm für drei Jahre Wilhelm Koll. Von ihm übernahm das Team bestehend aus Willi Helfgerd, Stefan Ker­sting und Ferdinand Schäfers diese Aufgabe.

Um die finanzielle Basis für eine Grundausstattung zu gewährleisten, wurden Lose verkauft und Malerarbeiten ausgeführt. Dennoch fehlenden Betrag übernahm die Gemeinde Hagen. Im selben Jahr wurde das Jugendrotkreuz Nordhagen gegründet. Nach langen Bemühungen konnte der Erste Vorsitzende des Ortsvereins Del­brück, Karl Köring, am 13. Juni 1969 die Gründung des Zuges Ostenland be­kannt geben. Kurze Zeit später traten dem Zug 17 freiwillige Helferinnen und Helfer bei. Eine Große Stütze dieser Arbeit war Pfarrer Hemken to Krax. Die Zugführung übernahm zunächst Herr Stemm­ler. Ab 1972 übernahm Reinhard Wulf Führer die Verantwortung für die stetig wachsenden Helferzahl. Seit dem 1. Januar 1973 zählen Sanitätsdienste zu den vielen Betätigungen des Ortsvereins.

Bei der Umorganisation des gesamten Katastrophenschutzes des DRK sorgte Zugführer Helmut Wieczorek dafür, den ersten Zug der ehemaligen 34. LS-HD nach Delbrück zu verlegen. Hierzu wurde der alte Kinosaal von Laumes Kamp angemietet. Unter seiner Leitung und dreißig weiteren Helfern des Zuges wurde alles umgebaut und für diesen Zweck hergerichtet. Der erste Sanitätslehrgang unter ihm und Dr. Ham­meke wurde abgeschlossen, und drei Kraftfahrer erwarben in Hoya den Per­sonenbeförderungsschein, so dass sie die drei Großraum-Krankenwagen auch fahren konnten.

5. Einrichtung von Rettungswache, SEG und Solzialangeboten

Seit 1977 gibt es in Delbrück eine ständig besetzte Rettungswache. Diese wurde zunächst im Haus Westerhorstmann an der Graf-Sprock-Straße eingerichtet. Zwei Hauptberufliche, ein Zivildienstlei­stender und 15 ehrenamtliche Rotkreuzler versahen unter Leitung von Heinz­-Georg Schier diesen wichtigen Dienst. 1980 wurde die Räumlichkeiten in die neue zentrale Ret­tungswache an der Südstraße verlegt. Heute sind dort vier Hauptberufliche und zahlreiche ehrenamtliche Kräfte tätig, ohne die der reibungslose Betrieb der Lehrrettungswache nicht denkbar wäre.

Nachdem sich das Rote Kreuz in den neuen Räumen erst einmal richtig ein­gelebt hatte, wurde eine ganze Reihe neuer Aktivitäten und Objekte gestartet. Eine Kleiderkammer wurde 1989 eingerichtet, in der sich Asylanten und so­zial Schwache neu einkleiden lassen können. Diese wird bis heute sehr gut angenom­men. 1976/77 übernahm Rudi Lisson die Vorstandsgeschäfte von Karl Köring und übergab sie 1990 an Dr. Bernhard Winnemöller. Zweiter Vorsitzender ist zurzeit Reinhard Scheipers, Kassierer Dietlind Bonke als Nachfolgerin von Bernd Göstenkors.

Nach wie vor stellen die Blutspendetermine eine wichtige Aufgabe dar. Zwei­tausend Portionen Blut wurden 1990 bei zwölf Terminen gespendet. Im Jahre 2000 waren es 2846 Spenden bei 16 Terminen. 1991 startete das Rote Kreuz seine Auslandshilfen. Zusammen mit der Frei­willigen Feuerwehr Delbrück wurde das Projekt „Kinderheim in Cauas“ in der Provinz Satu Mare in Rumänien mit Hilfstransporten und Arbeitseinsätzen durchgeführt. Eine Patenschaft in Lettland kam 1997 hinzu. In der Stadt Val­ka renoviert das Deutsche Rote Kreuz Delbrück einen Behinderten-Kindergarten und bringt zweimal im Jahr Hilfsgüter dorthin.

In der Behinderten-Betreuung en­gagiert sich das Rote Kreuz seit 1991. Dazu wurde ein Fahrzeug angeschafft, das zu 70 Prozent von der „Aktion Sorgenkind“;, heute „Aktion Mensch“ be­zuschusst wurde. Eine Herz-Sport-Gruppe (Koronar-Gruppe) unter der Leitung von Dr. Johannes Meiß wurde in Zusammenarbeit mit der DJK Delbrück 1992 ins Leben gerufen. Als erste im Kreis Paderborn wurde 1991 von Martin Münsterteicher eine Schnelle Einsatzgruppe (SEG) in Delbrück gegründet. Ihr gehören rund zwanzig Einsatzkräfte an. Sie werden bei größeren Verkehrsun­fällen und größeren Bränden von der Leitstelle Paderborn in Ahden angefor­dert. Sie spielte damals eine Vorreiterrolle in ganz Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 1994 wurde eine Mutter-Kind-Gruppe unter der Leitung von Ulrike Fischbach ins Leben gerufen. Hier werden Kinder von eins bis fünf Jahren mit ihren Müttern als Vorstufe zum Kindergarten betreut. Unter den Müttern fin­det dann ein reger Erfahrungsaustausch statt.

1994 wurde eine Senioren-Gym­nastik-Abteilung unter der Anleitung einer geschulten Person eingerichtet. Neuerdings kam auch noch eine Senioren-Wassergymnastik-Gruppe hinzu. Alle stehen unter der Leitung von Rudi Lisson. Arbeitseinsätze und Geldspenden wurden 1995 bei Pater Meier in Peru gelei­stet in Zusammenarbeit mit der Kolpingsfamilie Delbrück. Heinz-Georg Schier gründete 1996 eine Rettungshundestaffel, die heute ein hohes, überregionales Ansehen besetzt und zu Einsätzen in ganz Nordrheinwestfalen regelmäßig alarmiert wird.